Ultra HD: TV-Sender peilen Regelbetrieb an

Knapp sechs Millionen Ultra HD-Fernseher wurden in Deutschland bislang verkauft. Entsprechende Inhalte dafür waren bislang aber eher rar gesät, vor allem im linearen TV. Jetzt kommt Schwung in die UHD-Kiste, fast alle großen Sender testen intensiv den neuen Standard. RTL rüstet das Sendezentrum in Köln für den Ultra HD-Betrieb, das ZDF hält den Start über Satellit und Kabel ab 2022 für realistisch.

Mit dem Zweiten in der ersten Reihe

DerBergdoktorAm Lerchenberg sieht man sich bei technologischen Innovationen generell in der ersten Reihe. „Beim Thema Ultra HD waren wir mit unserer Produktion „Mythos Wolfskind“ ganz früh mit dabei. Wir haben bereits mehrere Staffeln der Serien „Bergretter“ und „Bergdoktor“ in Ultra HD produzieren lassen,“ sagt Dr. Andreas Bereczky, Produktionsdirektor des ZDF. Er ist von Ultra HD überzeugt: „Im Gegensatz zur vorübergehenden Modeerscheinung 3D wird sich Ultra HD am Markt durchsetzen, da es für den Zuschauer deutliche Verbesserungen mit sich bringt.“ Diese liegen nach Auffassung der Mainzer weniger in der hohen Bildauflösung, als vielmehr in der erhöhten Bilddynamik – „High Dynamic Range“ oder kurz HDR genannt – sowie in einem erweiterten Farbraum, in der Fachwelt als „Wider Color Gamut“ bezeichnet. 

HDR: Heller, Dunkler, Realistischer

Untechnisch gesprochen: HDR und das höhere Farbvolumen sorgen für mehr Kontrast mit weißerem Weiß und schwärzerem Schwarz, für mehr Farben in feineren Abstufungen – und damit unter dem Strich für ein realistischeres TV-Erlebnis. Konsequenterweise lässt das ZDF die beiden „Berg-Serien“ in HDR produzieren. „Wir setzen dabei auf das HLG-System, das abwärtskompatibel ist. Auch Ultra HD-Fernseher ohne HDR geben so ein korrektes Bild wieder und es entfällt ein aufwendiges und kostenintensives Handling von Metadaten über den gesamten Produktionsprozess,“ sagt Bereczky. Aus diesem Grund setzen auch andere Sender auf HLG, etwa RTL. „Wir beschäftigen uns seit einiger Zeit intensiv mit der Produktion von Inhalten in Ultra-HD-Qualität. Mit verschiedenen Test-Produktionen wurden dabei die volle UHD-Auflösung und HDR als großer Mehrwert für Endkunden herausgearbeitet. In Zusammenarbeit mit der Produktionsfirma UFA Fiction haben wir mit der neuen Serie ,Sankt Maik‘ erstmals eine fiktionale Produktion in Ultra-HD-Qualität in Kombination mit HDR realisiert“, sagt Andre Prahl, Bereichsleiter Programmverbreitung bei der Mediengruppe Sankt MaikRTL. „Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Die Produktion überzeugt durch eine einmalige Brillanz und Farbdynamik. Speziell HDR punktet hier in der kreativen Umsetzung.“ Bei der Ausstrahlung von „Sankt Maik“ setzt die Mediengruppe RTL auf die beiden HDR-Standards HDR10 (non-linear bei TV NOW) und HLG (linear). Dabei soll es aber nicht bleiben, weitere Pilotprojekte sind bereits für 2018 geplant. Auch intern stellen die Kölner die Weichen auf die Produktion und Verarbeitung von ultrahochauflösenden Bildern. „In den nächsten zwei Jahren richten wir unser Sendezentrum auf den Ultra-HD-Betrieb ein. Unser Anspruch ist es, etwas zu bauen, das auch 2026 noch ganz vorne ist“, betont Thomas Harscheidt, Mitglied der Geschäftsleitung der Mediengruppe RTL Deutschland.

ZDF: Ultra HD-Regelbetrieb ab 2022 möglich

Aber wann geht es mit regelmäßigen Ultra HD-Sendungen los? Beim ZDF hält man das ab 2022 durchaus für realistisch. Die Verbreitung der Ultra HD-Inhalte des ZDF erfolgt derzeit ausschließlich über die Mediathek. Diesen Weg bietet auch RTL seinen Zuschauern, die Serie kann bei TV NOW abgerufen werden. Parallel dazu wird Sankt Maik in Ultra HD auch über Satellit ausgestrahlt. RTL kooperiert hier mit HD PLUS. Die zehn Episoden laufen auf UHD1, dem Ultra HD-Kanal des Plattformbetreibers in München-Unterföhring. „Ultra HD gewinnt für uns zunehmend an Bedeutung - als Mehrwert für unsere Kunden und als Abgrenzung zu Wettbewerbern,“ sagt Georges Agnes, Geschäftsführer Operations und Produktentwicklung von HD PLUS. Auch aus seiner Sicht ist viel Bewegung in das Thema Ultra HD gekommen. „Praktisch alle Sendergruppen produzieren inzwischen UHD-Inhalte. Dank unseres Kanals UHD1 sind wir der ideale Partner für die Ausstrahlung.“ Nach entsprechenden Kooperationen mit RTL, DMAX oder auch arte ist vor kurzem mit Travelxp 4K der erste reguläre Ultra HD-Kanal bei HD+ gestartet. Travelxp 4K ist der weltweit erste Sender, der sein Programm in TravelxplogoUltra HD/HDR (HLG) ausstrahlt. Dazu engagiert sich HD PLUS auf UHD1 auch im Bereich Live-Sport: „Anfang Februar haben wir das Eurosport Bundesliga-Spiel 1. FC Köln - Borussia Dortmund in Ultra HD-Qualität übertragen. Das war ein absolutes Highlight für unsere Kunden. Das weckt die Lust auf mehr. Daher wird es neben Shows und Dokus in diesem Jahr weitere Sportevents in Ultra HD geben“, sagt Agnes.

Verbreitung auf allen Wegen

sky 15 06 sky logo rdax 70Sportevents in Ultra HD sind bereits die Regel bei Sky Deutschland. Der Ultra HD-Pionier übertrug 2014 als erster Anbieter in Europa ein Live-Fußballspiel in Ultra-HD. Seit der Einführung des Sky+Pro Receivers 2016 können Sky Kunden regelmäßig live Topspiele der Fußball-Bundesliga und der UEFA Champions League exklusiv in Ultra HD verfolgen. Über Sky On Demand lassen sich aktuelle Kinoblockbuster in Ultra HD abrufen. „Das Feedback unserer Kunden ist sehr positiv. Auch deshalb geht die Entwicklung bei Sky unvermindert weiter. Mitte Februar 2018 haben wir etwa mit der EHF-Champions-League-Partie SG Flensburg Handewitt gegen KS Kielce zum ersten Mal ein Handball-Spiel im deutschen Fernsehen in Ultra-HD gezeigt,“ sagt Stefan Kunz, Vice President Broadcast Services Sky Deutschland. Weitere hochkarätige Live-Sport-Angebote sollen im Lauf des Jahres folgen, auch der Ausbau des UHD-Angebots im Entertainment-Bereich steht bei Sky auf der Agenda.
Darauf können sich mittlerweile auch Kunden mit Kabelanschluss freuen. Nach dem Start über Satellit ist das Ultra HD-Angebot von Sky jetzt praktisch deutschlandweit in allen Kabelnetzen und über EntertainTV bei der Deutschen Telekom verfügbar. Das Ultra HD-Angebot des Bonner Konzerns umfasst neben Livesport von Sky den Sender „Insight TV“, aktuelle Blockbuster auf Abruf von Videoload, sowie Inhalte von Netflix und Youtube. Zudem wird pro Spieltag je ein Spiel der Deutschen Eishockey Liga und ein Spiel der Basketball Bundesliga ultrahochauflösend gezeigt. Wo verfügbar, werden Inhalte über die Media Receiver mit HDR ausgestrahlt. „Für die Deutsche Telekom war die Einführung 1600px Deutsche Telekom Logo.svgunserer voll Ultra HD-fähigen Entertain TV Plattform im Herbst 2017 eine logische und konsequente Fortführung unserer Strategie,“ sagt Gert von Manteuffel, Vice President Product Management TV & Video bei der Deutschen Telekom AG. Die brillante Bildqualität von UHD zahle voll auf die Strategie „bestes Kundenerlebnis und bester Service im besten Netz“ ein. „Das Produkt wird von unseren Kunden sehr gut angenommen. Wichtig war und ist uns dabei die nahtlose Symbiose aus linearen Inhalten und Abrufinhalten. Deswegen bieten wir einen attraktiven Mix aus UHD-TV-Sendern aus den Bereichen Sport und Lifestyle an, dazu eine Vielzahl von Filmen und Serien auf Abruf. 2018 werden wir unser UHD-Inhalteangebot stark ausbauen und wollen damit unsere Innovationsführerschaft unterstreichen.“


„HDR10+ funktioniert über HDMI 2.0b“

mf speaker1Panasonic kündigte im Rahmen der IFA 2017 an, gemeinsam mit Samsung und 20th Century Fox einen neuen HDR-Standard zu entwickeln – HDR10+. Martin Fähnrich, Manager Standardisation Panasonic Europe Ltd., erklärt, warum Panasonic auf HDR10+ setzt, welche Vorteile es für den Zuschauer mit sich bringt und welche Geräte noch dieses Jahr ein Update für HDR10+ bekommen werden.

Was bringt das Verfahren für den Zuschauer?

Fähnrich: Wir wollen das Kinoerlebnis bestmöglich in das Wohnzimmer oder in das Heimkino bringen. Zuschauern sollen die Bilder so wahrnehmen, wie es Regisseure und Filmemacher bei der Produktion beabsichtigt haben. In gleichbleibenden Umgebungen wie im Kino ist die absolute Helligkeit des Films die Messlatte für den Kontrastumfang. Da kann sich der Colorist des Studios darauf verlassen, dass der „Artistic Intent“ wie gewünscht für den Zuschauer rüberkommt. Zuhause im Wohnzimmer sieht das ganz anders aus, da ist die Umgebung individuell und sehr oft alles andere als optimal. Für eine bestmögliche Darstellung eignen sich hier besonders High Dynamic Range Verfahren, die mit dynamischen Metadaten arbeiten, und zusätzlich die individuellen Einstellungen des Zuschauers berücksichtigen (Stichworte: Helligkeit, Kontrast, Sättigung). Der Colorist gestaltet den Film optimal aus Sicht des Studios, der Zuschauer kennt die Gegebenheiten seines Wohnzimmers am besten. Auf diese Weise entsteht zu Hause ein Filmerlebnis, das auf die jeweiligen Betrachtungsverhältnisse optimal angepasst ist.

Warum setzt Panasonic auf HDR10+?

Fähnrich: Wir haben uns für HDR10+ entschieden, weil wir gerne auf offene Standards setzen – wie zum Beispiel auch schon bei SAT>IP. Technisch gesehen ist bei diesem HDR-Verfahren die PQ-Kurve (HDR10) die Basis. Dazu kommen dynamische Metadaten gemäß der Beschreibung im Dokument ST2094-40 der Society of Motion Picture & Television Engineers (SMPTE). Das wird gerade finalisiert und von dieser Seite her also auch demnächst abschließend standardisiert sein.

Welche TV-Geräte können mit dem neuen Verfahren umgehen?

Fähnrich: Oftmals bekommen wir aus dem Markt die Frage gestellt, ob man High Dynamic Range nicht per Software-Update bei bereits im Markt befindliche Geräten nachrüsten könnte. Ob ein Gerät nachträglich um ein Feature erweitert werden kann, hängt neben dem Entwicklungsaufwand für die Software zunächst einmal von den Fähigkeiten der Hardware ab. Allem voran ist das Display-Panel entscheidend, aber auch die Fähigkeiten der Videosignalverarbeitung, bis hin zu HDMI. Unsere aktuellen „4K PRO-HDR“ oder „OLED-“-Modelle bringen alle diese Voraussetzungen mit. Sie verfügen über eine HDMI 2.0b Schnittstelle, die für HDR10+ benötigt wird, und unterstützen auch bereits die HDR Systeme HDR10 und Hybrid-Log-Gamma (HLG). Diese Geräte bekommen voraussichtlich noch dieses Jahr ein Software-Update um damit das neueste High-Dynamic-Range Verfahren HDR10+ zu unterstützen.

Zusatzinformation zu HDR und anderen Formaten:

Bisher sind von der Internationalen Fernmeldeunion ITU in puncto High Dynamic Range (HDR) die statischen Verfahren PQ und Hybrid Log-Gamma (HLG) als HDR-Verfahren für den Einsatz im Fernsehen spezifiziert (ITU BT.2100). HDR-Verfahren, die mit dynamischen Metadaten arbeiten, sind etwa von Technicolor und Dolby (Dolby Vision) entwickelt worden. Letzteres wird zum Beispiel bereits von LG, Sony, Apple und Netflix unterstützt. HDR-Verfahren mit dynamischen Metadaten werden vorwiegend bei vorproduzierten Inhalten, wie z.B. Filmen eingesetzt.


Prognose 2017: 2,6 Millionen verkaufte Ultra HD-Fernseher

3140823 77723 gfu logoLaut den CEMIX-Marktzahlen der gfu Consumer & Home Electronics für das Jahr 2016 entfällt in Deutschland der größte Anteil der klassischen Unterhaltungselektronik auf den TV-Bereich mit rund vier Milliarden Euro Jahresumsatz. Der Trend zu größeren Bilddiagonalen und gut ausgestatteten Geräten hat sich auch 2016 fortgesetzt. Geräte mit Bildschirmen von 37 Zoll (94 cm) und größer stellen mit mehr als 3,4 Milliarden Euro und entsprechend 85 Prozent (2015: 84 %) den größten Umsatzanteil. 54 Prozent des Umsatzes entfiel 2016 bereits auf Ultra HD-TV-Geräte mit einer Auflösung von acht Millionen Bildpunkten. Mit knapp zwei Millionen wurde die Stückzahl dabei mehr als verdoppelt. Für das Jahr 2017 rechnet die gfu mit rund 2,6 Millionen verkauften Ultra HD Fernsehern.


UHD-TV-Geräte sind ein wichtiger Grund für Neuanschaffung

digitalisierungsbericht 2016 coverIm Rahmen des Digitalisierungsberichts 2016 der Landesmedienanstalten gaben über die Hälfte der befragten Personen über 14 Jahre an, schon einmal von Ultra HD bzw. 4K gehört zu haben. Der Anteil der Fernsehzuschauer, die (wissentlich) über ein Ultra HD‑fähiges TV‑Gerät verfügen, ist mit 3,7 aber Prozent noch sehr gering. Allerdings liegt Ultra HD mittlerweile auf den vorderen Plätzen bei den Gründen für die Neuanschaffung eines TV‑Gerätes. Rund 12 Prozent der Personen über 14 Jahre benennen Ultra HD als wichtigsten Grund.


UHD-1 Phase 2 verabschiedet

Nach der Verabschiedung der technischen Spezifikation von UHD-1 Phase 2 im Herbst 2016 durch das DVB-Konsortium hat das European Telecommunications Standards Institute (ETSI) Anfang März 2017 UHD-1 Phase 2 als offiziellen DVB-Standard bestätigt. In puncto High Dynamic Range (HDR) kommen die Verfahren PQ und HLG zum Einsatz, die von der Internationalen Fernmeldeunion ITU in BT.2100 spezifiziert wurden. Hinsichtlich High Frame Rate (HFR) sind nun Bildfrequenzen bis 100/120 Hz möglich. Bei der Einführung von UHD-1 hatte man sich beim DVB-Konsortium auf ein Zwei-Phasen-Modell verständigt. In UHD-1 Phase 1 wurden bereits Spezifikationen für Inhalte, Übertragungstechnik und Wiedergabegeräte verabschiedet, die besagte Auflösung von 3.840 x 2.160 Bildpunkten unterstützen, bei Bildfrequenzen bis zu 50/60 Hz und einer Farbtiefe von 10 bit. Die Phase 1 beinhaltet theoretisch auch bereits den erweiterten Farbraum BT.2020. Der für TV-Übertragungen, Streaming und Ultra HD Blu-ray wichtige Komprimierungs-Standard H.265/HEVC kommt ebenfalls zur Anwendung. Entsprechende Endgeräte und Dienste stehen seit 2014 zur Verfügung.

 UHDPhasen

Vertiefende Informationen zu den Themen Farbraum, HDR (High Dynamic Range) und HFR (High Frame Rate) finden Sie in der Broschüre „Ultra HD erklärt“.


Dolby AC-4 und MPEG-H als Audioformate verabschiedet


surroundsoundNeue Konzepte für ein besseres Audioerlebnis werden im Ultra HD-Standard unter dem Begriff Next Generation Audio (NGA) geführt. Das DVB-Konsortium hat sich im Oktober 2016 im Rahmen der Verabschiedung der technischen Spezifikation für UHD-1 Phase 2 für die Unterstützung von zwei Systemen entschieden: Dolby AC-4 von den Dolby Laboratories und MPEG-H Audio von der Moving Picture Experts Group (MPEG). Diese Formate wurden von ETSI formal bestätigt.

3dsoundDie Innovationen im Bereich der Audiowiedergabe sind jedoch keine Neuerungen, die erst mit dem Ultra HD-Standard Einzug halten. Bereits die normale (HD-)Blu-ray profitierte von sogenannten „objektbasierten Audioformaten”. Im Zuge der Einführung von Ultra HD wird der Bereich „Next Generation Audio” (NGA) weiter vorangetrieben. Die Nachfolger des klassischen Surround Sound heißen Dolby Atmos, DTS:X und Auro 3D. Eine hervorragende Übersicht von Titeln mit 3D-Sound bietet die Seite http://surround-sound.info. 

Vertiefende Informationen zu den Audioformaten finden Sie in der Broschüre "Ultra HD erklärt".


HDMI 2.1. angekündigt

2000px HDMI Logo.svgAnfang Januar 2017 hat das HDMI Forum die neue Spezifikation HDMI 2.1 angekündigt, die im zweiten Quartal 2017 veröffentlicht werden soll. HDMI 2.1 soll höhere Auflösungen inklusive 8K60 und 4K120 ermöglichen und alle bekannten Formate für dynamisches HDR (High Dynamic Range) unterstützen. Die Spezifikation umfasst auch neue HDMI-Kabel, die eine Bandbreite von 48 Gbit/s aufweisen sollen. Ferner wurde mit eARC eine überarbeitete Fassung des Audio Return Channel vorgestellt, der den Transport von 3D-Audioformaten wie Dolby Atmos beherrscht. Weitere Informationen zu HDMI 2.1 finden Sie hier (englische Website des HDMI Forums)



Welche Geräte sind in der Lage, einen Ultra HD-Flachbildschirm mit entsprechenden Inhalten zu versorgen? Die Auswahl an Inhalten ist fast so vielfältig, wie die Möglichkeiten, diese wiederzugeben. Nachfolgend werden Endgeräte aus der Unterhaltungselektronik vorgestellt, die den Ultra HD-Standard bereits unterstützen.

Empfangsgeräte für den Nutzer

Ultra HD Blu-ray-Player

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Die Ultra HD Blu-ray bietet eine hervorragende Bildqualität im Ultra HD-Standard. Um das neue Medium wiedergeben zu können, werden neue Blu-ray-Player benötigt, da bisherige Player das neue Format nicht unterstützen. Mittlerweile sind eine Reihe von Geräten erhältlich, etwa von Panasonic, Samsung oder Oppo. Sony und LG haben Player für 2017 angekündigt. Alle Player unterstützen Ultra HD-Blu-rays mit und ohne High Dynamic Range (PQ), erweitertem Farbraum und höherer Bildfrequenz. Objektbasierte Audioformate wie Dolby Atmos, DTS:X und Auro 3D werden ebenfalls unterstützt. Die Geräte sind rückwärtskompatibel, geben also auch normale (HD-) Blurays, 3D Blu-rays, DVDs und CDs wieder.

DVB-S2 Satellitenreceiver

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Der Großteil der Ultra HD TV-Geräte aus den Jahren 2015 und 2016 verfügte bereits über integrierte DVB-S2-Tuner und HEVC-Decoder für den Empfang von Ultra HD-Inhalten via Satellit. Dennoch stehen externe Receiver bei den Verbrauchern hoch im Kurs. Viele Nutzer geben gerne ein paar Euro mehr für Bedienungskomfort und zusätzliche Funktionalität aus. Seit Ende 2015 sind die ersten Ultra HD-fähigen Satellitenreceiver erhältlich. Seit Oktober 2016 liefert auch der Pay-TV-Anbieter Sky Deutschland Satelliten- (und Kabel-) Receiver zum Empfang von Ultra HD aus.

Streaming-Set-Top-Boxen und Konsolen

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Amazons Fire TV 4K, Googles Chromecast Ultra, die Nvidia Shield-Konsole sowie die Konsolen Playstation 4 Pro von Sony und die Xbox One S von Microsoft bieten neben Spielen und Apps auch die Möglichkeit, im Streaming-Verfahren übertragene Ultra HD-Inhalte zu empfangen und unterstützen HDR. Das Ultra HD-Portfolio von Netflix und Amazon Video kann so auch ohne Smart-TV-Unterstützung am TV-Gerät direkt genutzt werden. Sehr praktisch für Besitzer eines Ultra HD-TV-Geräts aus den Jahren 2013 oder 2014, die ggf. Streaming-Angebote noch nicht unterstützen. Einzige Voraussetzung ist neben einem stabilen Internetanschluss mit ca. 25 Mbit/s ein HDMI 2.0-Anschluss mit HDCP 2.2.

AV-Receiver

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Zwischen externen Geräten und Ultra TV-Geräten ist in vielen Fällen ein AV (Audio/Video)-Receiver zwischen geschaltet. Dieser vereinfacht nicht nur den Wechsel zwischen verschiedenen Signalquellen, sondern bildet in den meisten Fällen auch das „Herz” der heimischen Soundanlage. Neuere Geräte unterstützen dabei bereits die Audio-Formate Dolby Atmos, DTS:X und Auro-3D.

Während die Unterstützung von Soundinhalten meist noch recht unkompliziert verläuft, sollte man sich vor dem Kauf eines neuen AV-Receivers ausführlich über dessen technische Leistungsmerkmale informieren. Als Schnittstelle zwischen Signalquelle und Wiedergabegerät muss der AV-Receiver die gleichen Voraussetzungen wie die angeschlossenen Komponenten unterstützen. HDMI 2.0a und HDCP 2.2 sind auch hier für eine problemlose Ultra HD-Wiedergabe inkl. High Dynamic Range erforderlich.

  Wiedergabegeräte für den Nutzer

Fernseher

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Ultra HD-Geräte sind auf dem besten Wege, schon bald zur normalen Ausstattung eines TV-Haushaltes zu gehören. Der Wunsch nach einer größeren Bildschirmdiagonalen ist sicherlich ein wichtiger Grund, weshalb sich viele Nutzer bei der Neuanschaffung für ein Ultra HD TV-Gerät entscheiden. Übliche Bildschirmgrößen bewegen sich zwischen 40 Zoll und 79 Zoll, wobei Geräte von 55 Zoll bis 65 Zoll am beliebtesten sind. Unterhalb von 40 Zoll werden eigentlich keine TV-Geräte mit Ultra HD-Auflösung angeboten. Über 79 Zoll gibt es auch wenige Modelle, die aber in die Kategorie „High-End” fallen. Bei der Technik der Flachbildschirme hat der Nutzer die Wahl zwischen LCD und OLED. Neben verschiedensten Ausstattungen und Leistungsmerkmalen kann er sich mittlerweile zwischen flachen und gebogenen (curved) Flachbildschirmen entscheiden. Ebenso kann die Auswahl des Smart-TV-Betriebssystems bereits ein kaufentscheidender Faktor sein.

Heimkino-Projektoren

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Für private Heimkinos gibt es mittlerweile eine größere Auswahl an Projektoren, die Ultra HD Inhalte darstellen können. Eine Besonderheit dieser Geräteserie ist die tatsächliche native Auflösung von 4.096 x 2.160 Bildpunkten. Diese entspricht der original 4K-Auflösung professioneller 4K-Kinoprojektoren. Im Heimbereich kommt diese Auflösung bis auf weiteres nicht zum Tragen. Auch bei Heimkino-Projektion wird sich mit großer Wahrscheinlichkeit die Ultra HD-Auflösung von 3.840 x 2.160 durchsetzen. Die Palette an Ultra HD-fähigen Projektoren soll sich aufgrund von neuen Ultra HD-Bildprozessoren von Texas Instruments in Zukunft ausweiten. Als Kunde sollte man auf eine native Unterstützung der Ultra HD-Auflösung achten. Viele Hersteller bieten bereits Projektoren an, die mittels einer e-Shift-Technik die vorhandenen Full-HDAuflösung auf Ultra HD-Wiedergabe hochskaliert. Die Basis für ein solches Bild ist aber nur ein Bildprozessormit 1.920 x 1.080 Bildpunkten. Seit Frühjahr 2016 sind auch die ersten Geräte mit HDR- und BT.2020-Unterstützung im Angebot.

Vertiefende Informationen zu Ultra HD-Geräten finden Sie in der Broschüre "Ultra HD erklärt".



Fernsehen, Streaming, Blu-ray: Ultra HD-Inhalte

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InfrastrukturUHDDas Angebot von Ultra HD-Inhalten steigt kontinuierlich über alle Verbreitungswege. Sky Deutschland zeigt ausgewählte Live-Spiele der Fußball-Bundesliga und UEFA Champions League auf den Ultra-HD-Sendern „Sky Sport Bundesliga UHD“ und „Sky Sport UHD“. Sky Cinema Abonnenten können ferner ausgewählte Filme in Ultra-HD-Qualität über „Sky On Demand“ abrufen. Das Angebot ist über Astra Satellit, das IPTV-Angebot der Deutschen Telekom und in vielen Kabelnetzen verfügbar (Kabel: Vodafone, Unitymedia, Tele Columbus, Primacom). Vodafone bietet neben Sky weitere Ultra HD-Inhalte an, etwa von Red Bull, „auto, motor und sport“ und AXN.

Das Ultra HD-Angebot der Deutschen Telekom bei EntertainTV umfasst neben Sky den Sender „Insight TV“, Inhalte von Videoload, Netflix und Youtube. Zudem wird pro Spieltag ein Spiel der Deutschen Eishockey Liga ultraauflösend gezeigt. Wo verfügbar, werden Inhalte über die Media Receiver mit HDR ausgestrahlt.

HD+ Kunden sehen „Travelxp 4k, den weltweit ersten Reisesender in Ultra HD und High Dynamic Range (HDR). Darüber hinaus laufen auf dem Kanal „UHD1 by Astra / HD+” attraktive Inhalte, z.B. Live-Sport in Kooperation mit Eurosport 4K oder Serien wie die RTL-Eigenproduktion „Sankt Maik“.

Über Astra 19,2 Ost sind ferner die Shoppingsender „pearl.tv” und „QVC“ sowie der Mode- und Lifestyle-Kanal „Fashion 4K” zu empfangen. Mit „FTV UHD“ bietet auch Eutelsat einen Modesender an, über HOTBIRD 13 Ost. Über diese Position sind auch „Travelxp 4K“, „Funbox 4K“ sowie „HOTBIRD 4K1“ zu empfangen.

Das ZDF stellt aktuell die Serie "Die Bergretter" über HbbTV in Ultra HD-Auflösung und HDR-Qualität zum Abruf über die ZDF-Mediathek bereit. Das ZDF produziert auch die kommende Staffel "Der Bergdoktor" in Ultra HD-Auflösung und HDR.

Im professionellen VoD-Streaming-Lager wird Ultra HD bereits seit 2014 großgeschrieben. Seitdem bieten Netflix und amazon Ultra-HD-Inhalte an, teilweise mit HDR. Seit Anfang 2016 ist ein stetig wachsendes Angebot von Ultra HD-Inhalten auf Ultra HD Blu-ray verfügbar. werden in 10 bit Farbtiefe, mit HDR und Bitraten bis zu 128 Mbit/s ausgegeben. Auch die neuen Audioformate Dolby Atmos, DTS:X und Auro 3D werden unterstützt. Eine hervorragende Übersicht von Titeln mit 3D-Sound bietet die Seite http://surround-sound.info. Vertiefende Informationen zu Ultra HD-Inhalten finden Sie in der Broschüre "Ultra HD erklärt".

Weitere Informationen zu Ultra HD-Angeboten:

Astra
HD+
Eutelsat
Sky Deutschland
Deutsche Telekom / EntertainTV
Vodafone / Giga TV


Ultra HD für Einsteiger, Fortgeschrittene und Enthusiasten

uhdwohnzimmer1Das Thema Ultra HD umfasst zahlreiche Facetten. Entscheidende Kerntechnologien wie High Dynamic Range (HDR), Wide Color Gamut (WCG), High Frame Rate (HFR) und Next Generation Audio (NGA) tragen dazu bei, dass sich mit Ultra HD das Bild- und Tonerlebnis entscheidend verbessert. Viele dieser neuen Technologien sind heute bereits in Empfangs- und Wiedergabegeräten für Ultra HD verfügbar und ebenso bietet sich dem interessierten Konsumenten eine stetig wachsende Zahl an Ultra HD-Inhalten und -Diensten.

Zur Orientierung bei der Kaufentscheidung haben wir drei typische Anwendungsfälle entwickelt, wie Ultra HD schon heute im eigenen Wohnzimmer stattfinden kann – für den Einsteiger, den etwas fortgeschrittenen Konsumenten, und den Ultra HD-Enthusiasten. Sie finden diese Anwendungsfälle in unserer Broschüre "Ultra HD erklärt". Dort haben wir auch ein umfangreiches Glossar zu den wichtigsten Begriffen integriert.

 



Virtual Reality ist in der TV-Branche noch ein relativ junges Thema. Da sich die Arbeitsgruppe Ultra HD auch generell mit Verbesserungen und Innovationen des digitalen Fernsehens beschäftigt, ist das Thema VR / 360° Video hier angesiedelt.

Zum Status Quo in der TV-Branche veranstaltete die Deutsche TV-Plattform einen umfangreichen Branchenworkshop Ende 2016. Über den Stand der Dinge, Anwendungsbeispiele und Herausforderungen informiert eine Spezialausgabe des Newsletters TV Zukunft. Einen guten Überblick liefert auch der Videoreport zum Event.

 

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