Next Generation Audio (NGA)

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Letzte und aktuelle Fassung vom Oktober 2016

Ein immersives TV-Erlebnis lebt nicht alleine von den besseren Bildern. Der gute Ton ist bei Filmen, Serien und Live-Events genauso wichtig, wie die Bildinhalte selbst. Bei der TV-Übertragung der nächsten Generation möchte man dem Nutzer ein ähnliches Surround-Erlebnis liefern, wie es teilweise bereits mit der Ultra HD Blu-ray möglich ist. Neue Konzepte für ein besseres Audioerlebnis werden im Ultra HD-Standard unter dem Begriff Next Generation Audio (NGA) geführt. Das DVB-Konsortium hat sich im Oktober 2016 im Rahmen der Verabschiedung der technischen Spezifikation für UHD-1 Phase für die Unterstützung von zwei Systemen entschieden: Dolby AC-4 von den Dolby Laboratories und MPEG-H Audio von der Moving Picture Experts Group (MPEG).

Dolby AC-4

Dolby AC-4 bietet eine komplette „End-to-End”- Lösung, die UHD DolbyAC 4bereits unter Realbedingungen getestet wurde (z.B. beim UEFA Champions League Finale 2015). AC-4 könnte neben der Fernsehübertragung auch für Streaming im Heimbereich oder auf mobile Geräte genutzt werden. Mit AC-4 lassen sich die Audiodaten gegenüber anderen Standards bis zu 50 Prozent effektiver komprimieren. Dolby AC-4 unterstützt klassischen kanalbasierten Surround-Sound sowie objektbasierte Soundformate. Der Decoder sorgt dafür, dass die Inhalte an das jeweilige Ausgabemedium angepasst werden.

Sehr interessant und bandbreiteneffizient ist die Unterstützung für multilinguale Audio-Übertragungen. Dem Hauptstream (z.B. ein 5.1 Kanalsound) können mehrere 1.0 Substreams in den jeweiligen Sprachen beigefügt werden. Weil die Sprache getrennt in einem eigenen Sub-Kanal übertragen werden könnte, wird diese erst im Empfänger in den Haupt-Sound eingemischt. Dadurch lassen sich intelligente Lautstärkenregelung und/oder manuelle Anpassungen der Dialoglautstärke realisieren. Bei Analyse der Dialoganteile auf der Coderseite steht dieser Vorteil auch für heutige Inhalte mit bereits senderseitig gemischtem Dialog zur Verfügung.

Diese Möglichkeiten sind bei Live-Sportübertragungen sowie bei Serien und Filmen einsetzbar. Der Zuschauer könnte aber auch zwischen verschiedenen Kommentatoren bei Fußballübertragungen wählen. AC-4 sorgt nicht nur für mehr Auswahl beim Nutzer, sondern benötigt zudem auch weniger Bandbreite als konventionelle Übertragungsmethoden. Bei einem multi-lingualen Soundstream mit drei Sprachen lassen sich um die 50 Prozent an Bandbreite sparen.


MPEG-H Audio

MPEG-H Audio soll mit UHD MPEG Hobjektbasiertem und Multikanal-Sound für immersive Klangwelten bei TV-Übertragungen sorgen. Im Februar 2015 wurde von der MPEG bekannt gegeben, dass MPEG-H als internationaler Standard veröffentlicht wird. MPEG-H Audio kann ebenfalls auf verschiedenen Verbreitungswegen zum Einsatz kommen. Dabei ist MPEG-H Audio nicht nur beim Fernsehen, sondern auch beim Streaming im Internet oder auf mobile Endgeräte einsetzbar.

Wie Dolby-AC4 setzt MPEG-H Audio auf ein Multikanal-System, das zusätzlich zum Basis-Sound die Übertragung weiterer Soundkanäle ermöglicht. Bei Filmen und Live-Übertragungen kann dann der Nutzer so zwischen verschiedenen Dialogen oder Kommentatoren wählen. Die Objekte lassen sich als solche oder in Kanälen gebündelt übertragen. MPEG-H unterstützt verschiedene Soundformate wie Stereo, 5.1, 7.1 oder objektbasierte Soundwiedergabe (max. 7.1.4). Dabei zielt man auf eine effektive Datenkomprimierung, damit Sender- und Video-on-Demand-Anbieter ihre Inhalte möglichst kostengünstig verbreiten können. Dolby-AC4 sowie MPEG-H Audio erfüllen alle Voraussetzungen, um das Sounderlebnis der nächsten Generation innerhalb des Ultra HD Standards vermitteln zu können.

 

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