DVB-T2-HD-Empfang-2016-Stufe1

Voraussetzungen für DVB-T2 HD-Empfangstechnik

Generell gilt: Wer DVB-T2 HD nutzen will, benötigt ein geeignetes Empfangsgerät. Für DVB-T2 HD geeignete Empfangsgeräte können auch die DVB-T-Programme darstellen - umgekehrt geht das nicht! Die bisher für den DVB-T-Empfang verwendeten Zimmer-, Außen- oder Dach­antennen können prinzipiell weiter verwendet werden. Das gilt sowohl für die erste Stufe der DVB-T2 HD-Einführung ab 31. Mai 2016 in 18 Ballungsräumen wie auch für den am 29. März 2017 startenden Regelbetrieb. Bis zur deutschlandweit kompletten Umstellung auf DVB-T2 HD werden die Empfangsgebiete der ersten Stufe (s. Karte) schrittweise ausgebaut.

Geeignete Empfangsgeräte für DVB-T2 HD

Für DVB-T2 HD wird ein Empfangsgerät benötigt, das DVB-T2 und HEVC unterstützt, sowie für die Darstellung der Privatsender eine Entschlüsselung ermöglicht. Ein Austausch des bisherigen Fernsehers selbst ist in den meisten Haushalten nicht erforderlich – er sollte aber die hohe Bildauflösung darstellen können (HD ready oder HDTV), wenn man in den Genuss von HD-Bildqualität kommen will. Mit einem Re­ceiver kann der vorhandene Fernseher „fit” gemacht werden für DVB-T2 HD. Es gibt verschiedene Geräteoptionen für DVB-T2 HD - eine generelle Übersicht bietet das bundesweite Projektbüro DVB-T2-HD (s. Grafik). Später sollen auch kleine Zusatzgeräte für mobil-portablen Empfang von DVB-T2 HD über andere Bildschirmgeräte außer dem stationären TV-Gerät angeboten werden.
 
Im Handel gibt es schon zahlreiche Geräte, die für den Empfang von DVB-T2 HD geeignet sind. Neue TV-Geräte für Ultra HD verfügen mit HEVC und einem DVB-T2-Tuner meist über die Voraussetzungen für DVB-T2 HD. Auch erste Receiver mit ein­gebautem Entschlüsselungssystem sind verfügbar - sie haben das Logo freenetTV. Daneben gibt es Receiver, die (ebenso wie TV-Geräte) mit einem CI-Plus-Modul für den Empfang der Privat-Sender fit gemacht werden können. Die Vermarktung der freenetTV-Module läuft seit Juni 2016. Beim Kauf zu beachten ist, dass einige Receiver keinen Einschub für ein Entschlüsselungsmodul besitzen, also lediglich für das unverschlüsselte DVB-T2 HD-Fernsehen geeignet und nicht nachrüstbar sind. Wer also für alles gerüstet sein will, achte am besten auf das grüne Logo DVB-T2 HD. 
 

Logo für Fernseher, Receiver und Antennen als Orientierung

DVBT2 HD Geraeteoptionen
Zur Orientierung für Verbraucher und Handel dient das DVB-T2 HD-Logo. Es kennzeichnet Geräte, die technischen Mindestanforderungen r Deutschland erfüllen. Weder DVB-T-Geräte noch im Ausland (etwa Österreich oder Skandinavien) eingesetzte DVB-T2-Geräte sind geeignet zum Empfang von DVB-T2 HD. Die mit dem Logo versehenen Geräte erfüllen alle Voraussetzungen für den Empfang von öffentlich-rechtlichen und privaten DVB-T2-Programmen in Deutschland. Das sind Fernseher oder Receiver („Set-Top-Boxen“), die zusätzlich zum DVB-T2-Tuner und der HEVC-Technik auch eine Entschlüsselung ermöglichen: Entweder über einen CI-Plus-Schacht für den Einschub eines externen Entschlüsselungs-Moduls, oder mit einem integrierten Entschlüsselungs-System („CA“). Eine Übersicht der Logo-Geräte bietet die aktuelle Liste in diesem Webspecial. Auch der Sendenetz- und Plattformbetreiber freenetTV bietet einen Gerätecheck.
 
Die Deutsche TV-Plattform verwaltet im Auftrag der Landesmedienanstalten die Mindestanforderungen und vergibt das Gerätelogo DVB-T2 HD auf Antrag an Gerätehersteller. Zwar ist generell kein Austausch von DVB-T-Antennen für DVB-T2 HD-Empfang nötig, aber als Neueinsteiger oder wer defekte Alt-Anlagen ersetzen will, kann sich auch am DVB-T2 HD-Logo für Antennen orientieren. Die so gekennzeichneten Antennen erfüllen ebenfalls Mindestanforderungen - das Logo wird auch von der Deutschen TV-Plattform auf Antrag vergeben.
 

Kosten für DVB-T2 HD und den Umstieg

Die Anschaffungskosten für DVB-T2 HD-Empfangsgeräte (und ggf. Antennen) hängen vom gewählten Gerät und der Produktklasse ab. Alle öffentlich-rechtlichen Sender werden – wie bisher bei DVB-T – über den Rundfunkbeitrag finanziert, daher auch für Antennen-Zuschauer unverschlüsselt und ohne zusätzliche Kosten angeboten. Die überwiegende Mehrheit der Privat-TV-Pogramme in HD werden verschlüsselt ausgestrahlt und gegen ein Zugangsentgelt freigeschaltet. Das ist vergleichbar mit den HDTV-Angeboten bei Satellit und Kabel bzw. IPTV. Die DVB-T2 HD-Vermarktung der Privatprogramme erfolgt durch den Plattformbetreiber Media Broadcast unter der Marke „freenetTV”: Nach einer 3-monatigen Freiphase nach dem Start des Regelbetriebs am 29. März 2017 sind 69 Euro pro Jahr zu zahlen (5,75 Euro im Monat).