Workshop Mobil-TV Handover 2011

Besserer Mobil-TV-Empfang unterwegs: Neues Verfahren
macht digitales Antennenfernsehen noch attraktiver

Bei einem gemeinsamen Workshop der Deutschen TV-Plattform und des Instituts für Rundfunktechnik (IRT) stellten am 17. Mai 2011 Experten ein neues Verfahren vor, mit dem fernsehen unterwegs komfortabler wird. Mobile Handover bei DVB-T ist eine europaweite Premiere, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Bei dem Workshop “Fernsehen für unterwegs - Mobile Handover von DVB-T" berichteten Fachleute über den Stellenwert des mobilen Fernsehempfangs in Fahrzeugen, erläuterten die technischen Verfahren und stellten die vielversprechenden Ergebnisse des Feldversuchs mit Beteiligung der Automobilindustrie vor. Insgesamt 95 Teilnehmer beim gemeinsamen Workshop beim IRT in München konnten sich auch durch zwei BMW-Fahrzeuge einen Eindruck von Car Entertainment verschaffen.

bmw-icenter

Digitales Antennenfernsehen (DVB-T) ist in Deutschland nahezu flächendeckend nutzbar und erfreut sich großer Beliebtheit. Unter den über 36 Millionen im deutschen Markt vorhandenen DVB-T-Empfängern (GfK Retail & Technology GmbH) befinden sich auch viele Geräte für den mobilen Empfang. Bei Reisebussen, PKW der Oberklasse und vielen Wohnmobilen gehört Digitalfernsehen längst zum Standard. Und auch Nutzer von DVB-T in Verbindung mit portablen Geräten wie USB-Sticks, Notebooks und Navigationssystemen erwarten, unterwegs fernsehen zu können. Beim Wechsel von Sendegebieten mit unterschiedlichen Frequenzbelegungen erfordert das bisher aber noch manuelles Umschalten oder einen neuen Sendersuchlauf.

Um dieses Problem zu lösen, und den mobilen Empfang von Fernsehprogrammen in Deutschland deutlich zu vereinfachen, haben Experten des Rundfunks und der Automobil-Industrie das sogenannte Handover-Verfahren entwickelt und optimiert. Beim automatischen Handover nutzen die DVB-T-Geräte spezielle Daten, die mit dem TV-Programm ausgestrahlt werden, um bei Reisen reibungslosen Fernsehempfang zu gewährleisten. Erste Testfahrten im Süden Deutschlands in Kooperation von IRT, Hessischem Rundfunk ( hr) und BMW im Auftrag des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) verliefen erfolgversprechend und stellten europaweit eine Premiere dar. In einem Interview im Informationsblatt der Deutschen TV-Plattform, "TV Zukunft" (Ausgabe 01/2011),  berichtet Dr. Torsten Köhler vom hr über die Arbeit am Handover. "Prinzipiell" sei das neue Verfahren "auch für den Nachfolgestandard  DVB-T2 geeignet", betonte Dr. Köhler und deshalb "in hohem Maße zukunftstauglich". Dr. Bertram Hock, Leiter Entwicklung Broadcast Receiver bei der BMW Group, der im Auftrag des VDA an dem Projejkt teilnimmt, bezeichnete in der "TV Zukunft" die Entwicklung als "vielversprechend".

Beim Workshop in München bekräftigte Dr. Bertram Hock von der BMW Group in seinem Vortrag: Neben Speichermedien und Internet sei Rundfunk ein unverzichtbarer Bestandteil von Car Entertainmen. Deshalb hätten die Automobilhersteller großes Interesse an einer Optimierung des mobilen Rundfunkempfangs. So könnten Kosten bei den Empfängern gespart werden können und die erzielte Energieeffizienz komme zugleich der Umwelt zugute. Laut Alexander Adolf von Condition-ALPHA eignet sich der DVsaalblickB-T-Standard sehr gut für Mobilempfang und Thorsten Mann-Raudies (NDR) verwies auf die Verbreitung des ÜberallFernsehens in Deutschland. Wilhelm Kunert (WDR) und Dr. Uwe Ladebusch (NDR) referierten über die Nutzung von SI-Daten bei der ARD und zeigten notwendige Modifikationen für das automatische Handover auf. 

Voraussetzung für das reibungslose Handover ist eine entsprechende Datenbank mit Informationen zu Sendern, Sendenetzen und Programmen, die von deutschen Rundfunkveranstaltern mit Hilfe des IRT geschaffen wurde. Sie beinhaltet laut Dr. Torsten Köhler (hr) inzwischen auch Daten von ORF und SRG, eignet sich sogar für Lokal- sowie Regionalsendungen (Dr. Uwe Ladebusch/NDR) und ist, wie mehrere Referenten im Rahmen des Workshops verdeutlichten, auch für DVB-T-Nachfolgestandards tauglich. Selbst hybride Dienste für DVB-T laufen mittlerweile problemlos, wie Alexander Erk (IRT) und Hannspeter Richter (BR) informierten. Passende Empfänger können durch die Geräteindustrie bereitgestellt werden, sagte Manfred Eich von Hirschmann Car Communication. Für Sendenetzbetreiber sind Verbesserungen wie das Handover wichtig, um digitales Antennenfernsehens perspektivisch weiterzuentwickeln, sagte Bernhard Heimermann von Media Broadcast. In der Abschlussdiskussion unter Leitung von Dr. Helmut Stein waren sich die Fachleute von Rundfunk, Automobilindustrie und Netzbetreibern einig, dass mobile Mediennutzung für die Verbraucher von zunehmender Bedeutung ist und dabei Fernsehen unterwegs über terrestrische Rundfunknetze sehr gute Zukunftschancen hat.

Unterstützt wird die gesamte Entwicklung von der Arbeitsgruppe Terrestrik der Deutschen TV-Plattform unter Leitung von Vorstandsmitglied Dr. Helmut Stein. Die Optimierung des DVB-T-Empfangs, die Erhöhung der Programmvielfalt, die Einführung von DVB-T2 gehören genau so zu den Aufgaben der AG wie die Verträglichkeit von Rundfunk und Mobilfunk (LTE) im UHF-Frequenzspektrum (Digitale Dividende). Dazu hat die Arbeitsgruppe Berichte und andere Dokumente wie die "Zukunftsthesen Terrestrik" verfasst, die in diesem Webauftritt zur Verfügung stehen. Im Web-Special zum ÜberallFernsehen ("DVB-T Gütesiegel") gibt es unter Trends auch eine Übersicht zur Lage beim terrestrischen Digitalfernsehen und neueren Entwicklungen.

Das Institut für Rundfunktechnik GmbH (IRT) mit Sitz in München ist aktives Mitglied der Deutschen TV-Plattform und arbeitet in mehreren ihrer Arbeitsgruppen mit. Es unterstützt mit seinem Leistungsspektrum den Rundfunk auf nationaler und internationaler Ebene. Seine Gesellschafter sind die Rundfunkanstalten ARD, ZDF, DRadio, ORF und SRG/SSR. Daneben arbeitet das IRT mit einer Vielzahl an Kunden aus den Bereichen Rundfunk, Medien, Kommunikations- sowie Informationstechnik zusammen und kooperiert mit verschiedenen Forschungseinrichtungen und Hochschulen. Seit seiner Gründung im Jahr 1956 fördert das IRT den Erhalt des Rundfunks und begleitet die Anpassung des Rundfunkgedankens an neue Marktumfelder und Bedürfnisse.  

Interessenten für das Thema finden auf den folgenden Seiten die Vorträge des Workshops, Fotos sowie ein Video und können sich als Firma gern auch in die weitere Arbeit der TV-Plattform und der Arbeitsgruppe Terrestrik einbringen (Kontakt über Geschäftsstelle).

Vorträge: "Fernsehen für unterwegs - Mobile Handover von DVB-T"

programmbild

  10:30 - 10:40    Begrüßung
 
  Dr. Klaus Illgner-Fehns, Geschäftsleitung IRT

 

  Einführung und Moderation

  Dr. Helmut Stein, Vorstand Deutsche TV-Plattform, Leiter der AG Terrestrik

 

10:40 - 10:50 Status Quo von DVB-T in Deutschlandmannraudies
Thorsten Mann-Raudies, Produktionsdirektion/Technik, NDR

 

  

   10:50 - 11:1adolf0 Standardisierung, Anforderungen und Normen nach DVB 
   Alexander Adolf, Condition-ALPHA

 

 

11:10 – 11:30 SI-Daten und Systeme bei den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten kuhnert
Wilhelm Kuhnert, Programmverbreitung Fachgruppe Sender,  WDR

                

  

    11:30ladebusch – 11:50 Datenstrukturen beim Handover von DVB-T
     Dr. Uwe Ladebusch, NDR

 

 

kunert

   11:50 - 12:10 PraktischeUntersuchungen Handover bei DVB-T
   Clemens Kunert, Sachgebietsleiter Funkübertragungssysteme, IRT

 

 

12:10 - 12:30 HbbTV über DVB-T: Konvergenz in der Terrestrik
Hannspeter Richter, BR, und Alexander Erk, Sachgebietsleiter Informationsdienste, IRT richtererk

12:30 - 12:50 Zusammenfassung & Diskussion



13:50 - 14:10 DVB-T Empfängermarkt

Dr. Helmut Stein, ISDM, Deutsche TV-Plattform

  14:10 - 14:30
Mobile Empfangssysteme eich
  Manfred Eich, Inhouse Technical Advisor, Hirschmann Car Communication GmbH

 

 

14:30 - 14:50 Entertainmentsysteme im Automobil und Handover köhlerhock
Dr. Bertram Hock, Leiter Entwicklung Broadcast Receiver, BMW Groupund Dr. Torsten Köhler, hr

 

 

 

heimermann   14:50 - 15:10 Perspektiven der Terrestrik
   Bernhard Heimermann, Leiter DVB-T Business Development, MEDIA BROADCAST GmbH

 podium1podium2

15:10 - 15:45 Abschluss-Diskussion „Welche Zukunft hat mobiles Fernsehen?“
Erwartungen und Chancen aus Sicht der Automobil-Industrie, TV-Sender und Netzbetreiber
Moderation: Dr. Helmut Stein, Deutsche TV-Plattform
cover-handover-irt-technikbericht-2011
Programm: Dr. Torsten Köhler (hr); Clemens Kunert (IRT); Dr. Helmut Stein (Deutsche TV-Plattform)

 

 

Das Programm, alle Vorträge und die Teilnehmerliste gibt es auch beim IRT zum Download.Außerdem gibt es einen Technik-Bericht des IRT zum Thema.

 

Der Workshop "Fernsehen für unterwegs - Mobile Handover von DVB-T" im Rück- und Überblick

irt aussen

Termin: 17. Mai 2011, 10:30 - 16:00 Uhr

Ort: Institut für Rundfunktechnik (IRT), Floriansmühlstraße 60, 80939 München (Anfahrtplan)

Anmeldung: Online-Anmeldung über das IRT (www.irt.de). Anmeldeschluss war der 10. Mai 2011

Kosten / Service: Der Kostenbeitrag betrug EUR 75,- zzgl. 7 Prozent Mehrwertsteuer für Workshop-Teilnahme, elektronische Tagungsunterlagen (nach der Veranstaltung) und Verpflegung.

Ablauf: Vorträge und Diskussionsrunde 1 am Vormittag; Lunch mit Vorführung BMW; Vorträge und Diskussionsrunde 2 am Nachmittag.bildschirme


Die Fotos des Workshops stehen im Menü Öffentlichkeitsarbeit in der Rubrik Mediendownloads im ersten Bereich „Bilder der letzten Veranstaltungen“.

Das Video mit einer kurzen Zusammenfassung des Workshops steht unter Video-Audio-News (Aktuelles). Dort gibt es auch weitere Interviews mit unseren Experten zum Thema Antennenfernsehen - im Video-Audio-Bereich "Terrestrik".

Weiteres Material (Vorträge, Broschüren, Präsentationen etc.) zu digitalem Antennenfernsehen und zur Digitalen Dividende finden Sie im Menü Dokumente in der Rubrik Terrestrik. Eine Übersicht zu DVB-T und das von der Deutschen TV-Plattform vergebene Gütesiegel gibt es in einem Web-Special.

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