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Familie der DVB-Standards

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Beim digitalen Fernsehen (Digital Video Broadcasting - DVB) werden speziell codierte Bild- und Tonsignale sowie andere Daten zwischen Sender und Empfängern in eigener Formatierung übertragen. Diese hängen von den jeweiligen Übertragungswegen bzw. speziellen Zusatzfunktionen etwa zur Verbindung von TV-Programmen mit anderen Inhalten, Netzen und Geräten ab. Durch Datenkompression, die von der Motion Picture Expert Group als Standard ständig entwickelt wird und unter dem Kürzel MPEG inzwischen in mehreren Versionen vorliegt, werden immer leistungsfähigere DVB-Standards entwickelt, so dass es inzwischen eine ganze DVB-Familie gibt. Zuständig dafür ist die ursprünglich europäische Initiative DVB Project, die 1993 gegründet wurde und heute eine weltweite Organisation zur Entwicklung und Standardisierung von digitalen Übertragungsstandards mit über 270 Mitgliedern aus allen fünf Kontinenten ist (Sitz: Genf). Absehbar ist, dass das digitale Fernsehen (DVB) bald das analoge Fernsehen komplett ablösen wird.

Digitales Satellitenfernsehen DVB-S

DVB SDieser digitale Fernsehstandard ist speziell für die Verbreitung über direktstrahlende Satelliten geeignet, wie sie von Unternehmen wie Eutelsat und Astra betrieben werden. Übertragen werden in diesem Standard und über die Transponder auch digitaler Hörfunk und es gibt Rückkanäle für interative Datendienste. Als leistungsfähigere Variante des 1994 entwickelten Satellitenstandards steht seit 2005 DVB-S2 zur Verfügung. Der Empfang ist über Satellitenschüsseln mit LNB und Receiver bzw. DVB-S-Modul im TV-Gerät möglich.

Digitales Kabelfernsehen DVB-C

DVB CFür die Übertragung über breitbandige Kabelnetze (Cable) gibt es den Standard DVB-C. Er ist an DVB-S angelehnt, unterscheidet sich aber in der Modulation. Die Verteilung erfolgt in den Netzen im Hyperband (Kanäle S21 bis S41) und es ist ein Rückkanal vorgesehen. Mit DVB-C2 wird eine weiterentwickelte Variante für Kabel zur Verfügung stehen, deren Standardisierung 2009 abgeschlossen sein soll. Zum Empfang ist neben einem kostenpflichtigen Kabelanschluss ein TV-Gerät mit DVB-C-Modul bzw. ein Kabel-Decoder nötig.

Digitales Antennenfernsehen DVB-T
DVB-TDer digitale Standard für das Antennenfernsehen ist DVB-T, mit dem Fernsehen und Radio sowie Datendienste über terrestrische Senderketten im VHF- und UHF-Bereich übertragen werden können. In Deutschland begann die Analog-digital-Umstellung 2002 und wurde 2008 komplett abgeschlossen (s. Abschlussbericht und DVB-T-Gütesiegel). Inzwischen gibt es eine DVB-T-Variante mit höherer Kompressionsrate (DVB-T2), bei der auch HDTV übertragen werden kann. Für den DVB-T-Empfang existiert eine Vielzahl von Geräten und Antennen

Digitales Handy-Fernsehen DVB-H
DVB HFür den mobilen digitalen Fernsehempfang auf Geräten mit kleinen Bildschirmen und mit geringem Energiebedarf wurde DVB-H (Handheld) entwickelt. Seit 2004 ist er standardisiert, nutzt terrestrische Sendenetze und kann zusammen mit DVB-T in einem Multiplex (über eine Frequenz) betrieben werden. Auch im so genannten L-Band, was oft für digitales Radio genutzt wird, können DVB-H-Angebote gesendet werden. Die Kombination von Bewegtbild mit Daten-Service und die Interaktion durch den in den Empfangsgeräten (zumeist Handys) eingebauten Rückkanal via Mobilfunknetze ist möglich. Wie bei anderen DVB-Verfahren wird auch hier an einer verbesserten Variante DVB-H2 gearbeitet.

Digitales Fernsehen in Mischformen

Neben der Weiterentwicklung der DVB-Standards für die etablierten Übertragungswege für digitales Fernsehen hat die Standardisierungs-Organisation auch rechtzeitig auf den Trend zur Konvergenz reagiert. So ist eine Reihe von Standards für Mischformen der digitalen Fernsehnutzung entstanden. Dazu gehören DVB-IPTV und DVB-IPDC für die Übertragung über IP-basierte Netzwerke oder DVB-SH für die Signalübertragung über Satellit auf mobile Endgeräte. Auch DVB-X ist so eine Entwicklung, die Rundfunktechnik mit Mobilfunktechnologie und der IP-Welt verbinden soll. Neben den DVB-Standards für traditionelle und neue Übertragungswege sowie hybrid-konvergente Nutzung gibts es noch fast drei Dutzend weitere DVB-Spezifikationen, die wichtige Funktionen betreffen - etwa für Interaktivität, Schnittstellen zu Heimnetzwerken, Multimedia-Anwendungen, Videonutzung, Zugangs- und Verschlüsselungssyteme, Kopier- und Inhalteschutz sowie Prüf- und Meßverfahren.

 

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