Prognose 2017: 2,6 Millionen verkaufte Ultra HD-Fernseher

3140823 77723 gfu logoLaut den CEMIX-Marktzahlen der gfu Consumer & Home Electronics für das Jahr 2016 entfällt in Deutschland der größte Anteil der klassischen Unterhaltungselektronik auf den TV-Bereich mit rund vier Milliarden Euro Jahresumsatz. Der Trend zu größeren Bilddiagonalen und gut ausgestatteten Geräten hat sich auch 2016 fortgesetzt. Geräte mit Bildschirmen von 37 Zoll (94 cm) und größer stellen mit mehr als 3,4 Milliarden Euro und entsprechend 85 Prozent (2015: 84 %) den größten Umsatzanteil. 54 Prozent des Umsatzes entfiel 2016 bereits auf Ultra HD-TV-Geräte mit einer Auflösung von acht Millionen Bildpunkten. Mit knapp zwei Millionen wurde die Stückzahl dabei mehr als verdoppelt. Für das Jahr 2017 rechnet die gfu mit rund 2,6 Millionen verkauften Ultra HD Fernsehern.


UHD-TV-Geräte sind ein wichtiger Grund für Neuanschaffung

digitalisierungsbericht 2016 coverIm Rahmen des Digitalisierungsberichts 2016 der Landesmedienanstalten gaben über die Hälfte der befragten Personen über 14 Jahre an, schon einmal von Ultra HD bzw. 4K gehört zu haben. Der Anteil der Fernsehzuschauer, die (wissentlich) über ein Ultra HD‑fähiges TV‑Gerät verfügen, ist mit 3,7 aber Prozent noch sehr gering. Allerdings liegt Ultra HD mittlerweile auf den vorderen Plätzen bei den Gründen für die Neuanschaffung eines TV‑Gerätes. Rund 12 Prozent der Personen über 14 Jahre benennen Ultra HD als wichtigsten Grund.


UHD-1 Phase 2 verabschiedet

Nach der Verabschiedung der technischen Spezifikation von UHD-1 Phase 2 im Herbst 2016 durch das DVB-Konsortium hat das European Telecommunications Standards Institute (ETSI) Anfang März 2017 UHD-1 Phase 2 als offiziellen DVB-Standard bestätigt. In puncto High Dynamic Range (HDR) kommen die Verfahren PQ und HLG zum Einsatz, die von der Internationalen Fernmeldeunion ITU in BT.2100 spezifiziert wurden. Hinsichtlich High Frame Rate (HFR) sind nun Bildfrequenzen bis 100/120 Hz möglich. Bei der Einführung von UHD-1 hatte man sich beim DVB-Konsortium auf ein Zwei-Phasen-Modell verständigt. In UHD-1 Phase 1 wurden bereits Spezifikationen für Inhalte, Übertragungstechnik und Wiedergabegeräte verabschiedet, die besagte Auflösung von 3.840 x 2.160 Bildpunkten unterstützen, bei Bildfrequenzen bis zu 50/60 Hz und einer Farbtiefe von 10 bit. Die Phase 1 beinhaltet theoretisch auch bereits den erweiterten Farbraum BT.2020. Der für TV-Übertragungen, Streaming und Ultra HD Blu-ray wichtige Komprimierungs-Standard H.265/HEVC kommt ebenfalls zur Anwendung. Entsprechende Endgeräte und Dienste stehen seit 2014 zur Verfügung.

 UHDPhasen

Vertiefende Informationen zu den Themen Farbraum, HDR (High Dynamic Range) und HFR (High Frame Rate) finden Sie in der Broschüre „Ultra HD erklärt“.


Dolby AC-4 und MPEG-H als Audioformate verabschiedet


surroundsoundNeue Konzepte für ein besseres Audioerlebnis werden im Ultra HD-Standard unter dem Begriff Next Generation Audio (NGA) geführt. Das DVB-Konsortium hat sich im Oktober 2016 im Rahmen der Verabschiedung der technischen Spezifikation für UHD-1 Phase 2 für die Unterstützung von zwei Systemen entschieden: Dolby AC-4 von den Dolby Laboratories und MPEG-H Audio von der Moving Picture Experts Group (MPEG). Diese Formate wurden von ETSI formal bestätigt.

3dsoundDie Innovationen im Bereich der Audiowiedergabe sind jedoch keine Neuerungen, die erst mit dem Ultra HD-Standard Einzug halten. Bereits die normale (HD-)Blu-ray profitierte von sogenannten „objektbasierten Audioformaten”. Im Zuge der Einführung von Ultra HD wird der Bereich „Next Generation Audio” (NGA) weiter vorangetrieben. Die Nachfolger des klassischen Surround Sound heißen Dolby Atmos, DTS:X und Auro 3D. Eine hervorragende Übersicht von Titeln mit 3D-Sound bietet die Seite http://surround-sound.info. 

Vertiefende Informationen zu den Audioformaten finden Sie in der Broschüre "Ultra HD erklärt".


HDMI 2.1. angekündigt

2000px HDMI Logo.svgAnfang Januar 2017 hat das HDMI Forum die neue Spezifikation HDMI 2.1 angekündigt, die im zweiten Quartal 2017 veröffentlicht werden soll. HDMI 2.1 soll höhere Auflösungen inklusive 8K60 und 4K120 ermöglichen und alle bekannten Formate für dynamisches HDR (High Dynamic Range) unterstützen. Die Spezifikation umfasst auch neue HDMI-Kabel, die eine Bandbreite von 48 Gbit/s aufweisen sollen. Ferner wurde mit eARC eine überarbeitete Fassung des Audio Return Channel vorgestellt, der den Transport von 3D-Audioformaten wie Dolby Atmos beherrscht. Weitere Informationen zu HDMI 2.1 finden Sie hier (englische Website des HDMI Forums)



Welche Geräte sind in der Lage, einen Ultra HD-Flachbildschirm mit entsprechenden Inhalten zu versorgen? Die Auswahl an Inhalten ist fast so vielfältig, wie die Möglichkeiten, diese wiederzugeben. Nachfolgend werden Endgeräte aus der Unterhaltungselektronik vorgestellt, die den Ultra HD-Standard bereits unterstützen.

Empfangsgeräte für den Nutzer

Ultra HD Blu-ray-Player

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Die Ultra HD Blu-ray bietet eine hervorragende Bildqualität im Ultra HD-Standard. Um das neue Medium wiedergeben zu können, werden neue Blu-ray-Player benötigt, da bisherige Player das neue Format nicht unterstützen. Mittlerweile sind eine Reihe von Geräten erhältlich, etwa von Panasonic, Samsung oder Oppo. Sony und LG haben Player für 2017 angekündigt. Alle Player unterstützen Ultra HD-Blu-rays mit und ohne High Dynamic Range (PQ), erweitertem Farbraum und höherer Bildfrequenz. Objektbasierte Audioformate wie Dolby Atmos, DTS:X und Auro 3D werden ebenfalls unterstützt. Die Geräte sind rückwärtskompatibel, geben also auch normale (HD-) Blurays, 3D Blu-rays, DVDs und CDs wieder.

DVB-S2 Satellitenreceiver

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Der Großteil der Ultra HD TV-Geräte aus den Jahren 2015 und 2016 verfügte bereits über integrierte DVB-S2-Tuner und HEVC-Decoder für den Empfang von Ultra HD-Inhalten via Satellit. Dennoch stehen externe Receiver bei den Verbrauchern hoch im Kurs. Viele Nutzer geben gerne ein paar Euro mehr für Bedienungskomfort und zusätzliche Funktionalität aus. Seit Ende 2015 sind die ersten Ultra HD-fähigen Satellitenreceiver erhältlich. Seit Oktober 2016 liefert auch der Pay-TV-Anbieter Sky Deutschland Satelliten- (und Kabel-) Receiver zum Empfang von Ultra HD aus.

Streaming-Set-Top-Boxen und Konsolen

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Amazons Fire TV 4K, Googles Chromecast Ultra, die Nvidia Shield-Konsole sowie die Konsolen Playstation 4 Pro von Sony und die Xbox One S von Microsoft bieten neben Spielen und Apps auch die Möglichkeit, im Streaming-Verfahren übertragene Ultra HD-Inhalte zu empfangen und unterstützen HDR. Das Ultra HD-Portfolio von Netflix und Amazon Video kann so auch ohne Smart-TV-Unterstützung am TV-Gerät direkt genutzt werden. Sehr praktisch für Besitzer eines Ultra HD-TV-Geräts aus den Jahren 2013 oder 2014, die ggf. Streaming-Angebote noch nicht unterstützen. Einzige Voraussetzung ist neben einem stabilen Internetanschluss mit ca. 25 Mbit/s ein HDMI 2.0-Anschluss mit HDCP 2.2.

AV-Receiver

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Zwischen externen Geräten und Ultra TV-Geräten ist in vielen Fällen ein AV (Audio/Video)-Receiver zwischen geschaltet. Dieser vereinfacht nicht nur den Wechsel zwischen verschiedenen Signalquellen, sondern bildet in den meisten Fällen auch das „Herz” der heimischen Soundanlage. Neuere Geräte unterstützen dabei bereits die Audio-Formate Dolby Atmos, DTS:X und Auro-3D.

Während die Unterstützung von Soundinhalten meist noch recht unkompliziert verläuft, sollte man sich vor dem Kauf eines neuen AV-Receivers ausführlich über dessen technische Leistungsmerkmale informieren. Als Schnittstelle zwischen Signalquelle und Wiedergabegerät muss der AV-Receiver die gleichen Voraussetzungen wie die angeschlossenen Komponenten unterstützen. HDMI 2.0a und HDCP 2.2 sind auch hier für eine problemlose Ultra HD-Wiedergabe inkl. High Dynamic Range erforderlich.

  Wiedergabegeräte für den Nutzer

Fernseher

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Ultra HD-Geräte sind auf dem besten Wege, schon bald zur normalen Ausstattung eines TV-Haushaltes zu gehören. Der Wunsch nach einer größeren Bildschirmdiagonalen ist sicherlich ein wichtiger Grund, weshalb sich viele Nutzer bei der Neuanschaffung für ein Ultra HD TV-Gerät entscheiden. Übliche Bildschirmgrößen bewegen sich zwischen 40 Zoll und 79 Zoll, wobei Geräte von 55 Zoll bis 65 Zoll am beliebtesten sind. Unterhalb von 40 Zoll werden eigentlich keine TV-Geräte mit Ultra HD-Auflösung angeboten. Über 79 Zoll gibt es auch wenige Modelle, die aber in die Kategorie „High-End” fallen. Bei der Technik der Flachbildschirme hat der Nutzer die Wahl zwischen LCD und OLED. Neben verschiedensten Ausstattungen und Leistungsmerkmalen kann er sich mittlerweile zwischen flachen und gebogenen (curved) Flachbildschirmen entscheiden. Ebenso kann die Auswahl des Smart-TV-Betriebssystems bereits ein kaufentscheidender Faktor sein.

Heimkino-Projektoren

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Für private Heimkinos gibt es mittlerweile eine größere Auswahl an Projektoren, die Ultra HD Inhalte darstellen können. Eine Besonderheit dieser Geräteserie ist die tatsächliche native Auflösung von 4.096 x 2.160 Bildpunkten. Diese entspricht der original 4K-Auflösung professioneller 4K-Kinoprojektoren. Im Heimbereich kommt diese Auflösung bis auf weiteres nicht zum Tragen. Auch bei Heimkino-Projektion wird sich mit großer Wahrscheinlichkeit die Ultra HD-Auflösung von 3.840 x 2.160 durchsetzen. Die Palette an Ultra HD-fähigen Projektoren soll sich aufgrund von neuen Ultra HD-Bildprozessoren von Texas Instruments in Zukunft ausweiten. Als Kunde sollte man auf eine native Unterstützung der Ultra HD-Auflösung achten. Viele Hersteller bieten bereits Projektoren an, die mittels einer e-Shift-Technik die vorhandenen Full-HDAuflösung auf Ultra HD-Wiedergabe hochskaliert. Die Basis für ein solches Bild ist aber nur ein Bildprozessormit 1.920 x 1.080 Bildpunkten. Seit Frühjahr 2016 sind auch die ersten Geräte mit HDR- und BT.2020-Unterstützung im Angebot.

Vertiefende Informationen zu Ultra HD-Geräten finden Sie in der Broschüre "Ultra HD erklärt".



uhdInhalteFernsehen, Streaming, Blu-ray: Ultra HD-Inhalte

SkyUHDkleinDas Angebot von Ultra HD-Inhalten steigt kontinuierlich. Fernsehprogramme in Ultra HD stellen hohe Anforderungen an Produktion und Verbreitung. Dennoch sind bereits die ersten regulären Sender empfangbar. Nach zahlreichen Tests hat Sky Deutschland im Oktober 2016 seinen UHD-Regelbetrieb über Astra 19,2 Grad gestartet. Dort sind auch der Shoppingsender „pearl.tv”, der Mode- und Lifestyle-Kanal „Fashion 4K” und „UHD1 by Astra / HD+” zu empfangen. Auf zwei Eutelsat-Satelliten werden permanent zwei Ultra HD-Kanäle ausgestrahlt: HOT BIRD 4K1 ist in Europa, dem Nahen Osten und in Nordafrika empfangbar; für Frankreich bietet die FRANSAT Plattform einen Demo-Sender auf dem Satelliten EUTELSAT 5 West A.

Im professionellen VoD-Streaming-Lager wird Ultra HD bereits seit 2014 großgeschrieben. Seitdem bieten Netflix und amazon Ultra-HD-Inhalte an, teilweise mit HDR. Seit Anfang 2016 ist ein stetig wachsendes Angebot von Ultra HD-Inhalten auf Ultra HD Blu-ray verfügbar. werden in 10 bit Farbtiefe, mit HDR und Bitraten bis zu 128 Mbit/s ausgegeben. Auch die neuen Audioformate Dolby Atmos, DTS:X und Auro 3D werden unterstützt. Eine hervorragende Übersicht von Titeln mit 3D-Sound bietet die Seite http://surround-sound.info.

Vertiefende Informationen zu Ultra HD-Inhalten finden Sie in der Broschüre "Ultra HD erklärt".


Ultra HD für Einsteiger, Fortgeschrittene und Enthusiasten

uhdwohnzimmer1Das Thema Ultra HD umfasst zahlreiche Facetten. Entscheidende Kerntechnologien wie High Dynamic Range (HDR), Wide Color Gamut (WCG), High Frame Rate (HFR) und Next Generation Audio (NGA) tragen dazu bei, dass sich mit Ultra HD das Bild- und Tonerlebnis entscheidend verbessert. Viele dieser neuen Technologien sind heute bereits in Empfangs- und Wiedergabegeräten für Ultra HD verfügbar und ebenso bietet sich dem interessierten Konsumenten eine stetig wachsende Zahl an Ultra HD-Inhalten und -Diensten.

Zur Orientierung bei der Kaufentscheidung haben wir drei typische Anwendungsfälle entwickelt, wie Ultra HD schon heute im eigenen Wohnzimmer stattfinden kann – für den Einsteiger, den etwas fortgeschrittenen Konsumenten, und den Ultra HD-Enthusiasten. Sie finden diese Anwendungsfälle in unserer Broschüre "Ultra HD erklärt". Dort haben wir auch ein umfangreiches Glossar zu den wichtigsten Begriffen integriert.

 



Virtual Reality ist in der TV-Branche noch ein relativ junges Thema. Da sich die Arbeitsgruppe Ultra HD auch generell mit Verbesserungen und Innovationen des digitalen Fernsehens beschäftigt, ist das Thema VR / 360° Video hier angesiedelt.

Zum Status Quo in der TV-Branche veranstaltete die Deutsche TV-Plattform einen umfangreichen Branchenworkshop Ende 2016. Über den Stand der Dinge, Anwendungsbeispiele und Herausforderungen informiert eine Spezialausgabe des Newsletters TV Zukunft. Einen guten Überblick liefert auch der Videoreport zum Event.

 

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