Reichweiten der TV‑Übertragungswege

ReichweitenDBLaut den Ergebnissen des Digitalisierungsberichts 2016 der Landesmedienanstalten liegen die beiden „großen“ TV-Infrastrukturen Kabel und Satellit auf Augenhöhe. Über das Kabel empfangen 45,9 Prozent (17,5 Mio.) der deutschen TV‑Haushalte ihre Fernsehprogramme, via Satellit 46,5 Prozent (17,7 Mio.) der TV‑Haushalte. 9 Prozent (3,4 Mio.) der deutschen TV‑Haushalte empfangen digitales Antennenfernsehen, davon nutzen 2 Millionen die Terrestrik als einzigen TV‑Empfangsweg. 6,2 Prozent (2,4 Mio.) Haushalte versorgen sich über IPTV und beziehen ihre TV-Programme über IP‑Netze. 


Convergence Monitor: "Freundschaftliche Koexistenz" von TV und Internet

Convergence Monitor 2016Trotz der wachsenden Nutzung non-linearer Bewegtbildangebote spielt lineares Fernsehen weiterhin eine große Rolle, konstatiert die zehnte Ausgabe des Convergence Monitor und spricht sogar von einer "freundschaftlichen Koexistenz" von TV und Internet. Beides seien hochrelevante Verbreitungskanäle für Bewegtbild. Zwei Drittel der 14 bis 69-Jährigen nutzen mindestens einmal pro Monat Bewegtbild im Internet. Die größte Rolle spielen dabei kurze Videoclips, zum Beispiel auf YouTube (51 Prozent Nutzung mindestens monatlich). Ebenfalls von Interesse sind kostenlose Filme und Serien (28 Prozent) sowie Videos auf Newsportalen (23 Prozent). Etwa ein Fünftel der Personen nutzt regelmäßig Mediatheken, um online TV-Sendungen, -Filme oder -Serien anzusehen – Tendenz steigend. Der Durchschnittsnutzer ist dabei auf vier verschiedenen Mediatheken unterwegs. Gleichzeitig nimmt die Nutzung von kostenpflichtigen Video-On-Demand-Angeboten zu, ist mit 7 Prozent regelmäßiger Nutzung aber noch weit von anderen Online-Bewegtbildangeboten entfernt. Parallel zum Fernsehen nutzen 44 Prozent der 14- bis 69-Jährigen zumindest gelegentlich das Internet. Hauptmotivation für die Parallel-Nutzung ist die Kommunikation mit Freunden und Bekannten allgemein oder zu TV-Inhalten. Meist geschieht dies über das Smartphone und WhatsApp. Die Aufmerksamkeit liegt auch bei der Parallel-Nutzung beim Fernsehen: 66 Prozent stimmen der Aussage zu, dass sie sich trotz Second Screen überwiegend auf den TV-Bildschirm konzentrieren. Der TNS Convergence Monitor ist eine Gemeinschaftsstudie von ARD-Werbung SALES & SERVICES, IP Deutschland und ZDF. 


DVB-T2 HD gestartet

dvb t2 hd logoFür das terrestrische Fernsehen in Deutschland brach am 29. März 2017 ein neues Zeitalter an. In vielen Ballungsgebieten gibt es jetzt erstmals via Antenne das, was bei Satellit, Kabel und IPTV längst Alltag ist: Das hochauflösende Fernsehen HDTV. Außer der verbesserten Bild-Qualität steigt auch die Zahl der verbreiteten Programme – rund 40 Sender sind es jetzt im Regelbetrieb. Regional wird der Umstieg anschließend in mehreren Schritten erfolgen und soll bis Mitte 2019 abgeschlossen sein.

 

Die Deutsche TV-Plattform e.V. klärt zum Übergang von DVB-T auf DVB-T2 HD Handel und Verbraucher auf. Der Verein verwaltet im Auftrag der Landesmedienanstalten die Mindestanforderungen für Empfänger und Antennen und vergibt das Gerätelogo DVB-T2 HD auf Antrag an Hersteller von Fernsehern, Receivern und Antennen. Das Logo gibt Handel und Verbrauchern Orientierung beim Gerätekauf.
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Als Service für Zuschauer und Händler veröffentlicht die Deutsche TV-Plattform die Liste der mit dem grünen Logo zertifizierten DVB-T2 Geräte auf ihrer Webseite und klärt Verbraucher über den neuen TV-Standard mit einem umfangreichen Webspecial auf. webspecial 

 

 



Fotolia 126328844 XSKabelfernsehen ist neben dem Satellitenempfang eine der beiden "großen" TV-Infrastrukturen in Deutschland. Laut des Digitalisierungsberichts 2016 der Landesmedienanstalten empfangen von insgesamt 38,1 Millionen TV-Haushalten in Deutschland 17,5 Millionen ihre Programme über Kabel. Kabelfernsehen ist heute allerdings weit mehr als "nur" Fernsehen. Neben einem breiten linearen TV-Angebot in SD- und HD-Qualität und Inhalten auf Abruf bieten Kabelnetzbetreiber auch Festnetz- und Mobilfunk sowie Internetzugänge an.

Historisch bedingt ist die "Kabellandschaft'" in Deutschland sehr vielfältig. Neben den großen, überregionalen Unternehmen wie Unitymedia, Vodafone Kabel Deutschland und Telecolumbus gibt es zahlreiche regionale und lokale Anbieter. Der Grund: Im Zuge der Errichtung der Kabelnetze in Deutschland wurde die Einrichtung verschiedener Netzebenen und deren Trennung bezüglich Eigentümerstruktur und technischer Zuständigkeit verfügt, was weltweit einen einmaligen Vorgang darstellt.

Daraus folgte eine Netzstruktur mit vier Ebenen. Davon sind für Verbraucher vor allem die Ebenen drei und vier relevant. Die Netzebene 3 (NE3) ist im heutigen Sprachgebrauch der Begriff für regionale Breitbandkabelnetze, insbesondere die aus Verzweigungskabel und Hauptkabel bestehenden Netze, die, abgehend von den Hauptverteilern über die Kabelverzweiger, innerhalb von Ortschaften die Signale bis zu den privaten Grundstücken weiterleiten und verteilen. Die Netzebene 4 (NE4, Hausnetz) bezeichnet den Teil des Breitbandkabelnetzes der zur Signalübermittlung innerhalb der Grundstücke und Gebäude errichtet wird. Aufgrund dieser Eigenschaft wird die Netzebene 4 auch als „letzte Meile“ zum Kunden, das heißt dem Nutzer des Kabelanschlusses, beschrieben.

Das Kabel ist der einzige Verbreitungsweg, über den noch analoge TV-Signale ausgestrahlt werden. Allerdings liegt der Digitalisierungsgrad beim TV-Empfang über Kabel laut des Digitalisierungsberichts 2016 bereits bei über 82 Prozent. Als erster großer Kabelnetzbetreiber schaltet Unitymedia zwischen dem 1. und 27. Juni 2017 auf die rein digitale Übertragung um. Kunden, die noch analog fernsehen, müssen daher auf digitalen TV-Empfang umstellen. Mehr Informationen zur Umstellung bietet unser Webspecial.
webspecial

 

 

 

Weiterführende Informationen zum Kabelfernsehen: 
www.anga.de
www.kabelverband-frk.de
www.kabel.vodafone.de
www.telecolumbus.de
www.unitymedia.de

(Dieser Artikel basiert teilweise auf dem Artikel Netzebene (Kabelfernsehen) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.)



Fotolia 27414070 XSIPTV (kurz für Internet Protocol Television) ist ein Gattungsbegriff, der in sehr vielen unterschiedlichen Ausprägungen anzutreffen ist. Die unterschiedlichen Ausprägungen reichen vom einfachen IPTV über Computer oder Handy bis hin zu speziellen Endgeräten, bei denen der Benutzer gar nicht bemerkt, dass er das Internet dazu nutzt, weil er über den Fernseher eine Set-Top-Box bedient und wie bei DVB-T/DVB-T2, Kabel und Satellit seine Programme linear nutzt. IPTV wird hier in diesem Sinne betrachtet.

Laut des Digitalisierungsberichts 2016 der Landesmedienanstalten konnte IPTV als einziger Verbreitungsweg Reichweitengewinne verbuchen. Rund 6 Prozent der TV-Haushalte in Deutschland (2,4 Mio) beziehen ihre TV Signale linear über IP Netze. Die Versorgung erfolgt für einen bestimmten Nutzerkreis − die Abonnenten − in definierter Qualität in einem Breitbandnetz, etwa von der Deutschen Telekom oder Vodafone. Im Gegensatz dazu stehen Web-TV-Angebote über das offene Internet mit beliebigen Inhalten und Programmen, die frei verfügbar im Netz zugänglich sind und zu jeder Zeit und überall von Jedermann genutzt werden können.

Grundlage der IPTV-Angebote ist jeweils ein Internetzugang beim Provider. Dieser ermöglicht nicht nur lineares Fernsehen, sondern - ähnlich wie im Kabel – auch sogenannte "Tripleplay“-Angebote mit TV, Telefonie und Internet. Neben einem breiten Angebot von Sendern in SD- und HD-Qualität bietet IPTV noch eine Reihe weiterer Dienste wie Abrufangebote oder die mobile Nutzung von Inhalten.

Weiterführende Informationen:
https://www.entertaintv.de/
https://zuhauseplus.vodafone.de/digital-fernsehen/dsl/



0 Antenna 003 MRund 17,7 Millionen - von insgesamt 38,1 Millionen - TV-Haushalten in Deutschland empfangen laut des Digitalisierungsberichts 2016 der Landesmedienanstalten ihre Programme über Satellit. Damit hat sich das Fernsehen aus dem All hierzulande seit der ersten Übertragung 1989 zu einer der beiden "großen" TV-Infrastrukturen entwickelt.

Maßgeblichen Anteil an dieser Entwicklung hatte die Digitalisierung. Anstatt von nur einem analogen Sender pro Satelliten-Transponder kann man digital ca. 10 Programme in SD-Qualität und vier bis fünf HD-Sender verbreiten. Ende 1993 einigten sich zwölf europäische Länder darauf, möglichst rasch eine Spezifikation für die Übertragung digitaler Fernsehsignale über Satellit und Kabel zu erstellen: das war die Geburtsstunde der DVB-Norm. Im Juli 1996 erfolgte mit dem Start des Pay-TV-Anbieters DF1 über Satellit die erste kommerzielle digitale TV-Übertragung in SD in Deutschland, HDTV folgte im Jahr 2005.

Durch die Digitalisierung steht Zuschauern heute ein breites Angebot an TV- und Radiosendern zur Verfügung. Der Satellitenbetreiber SES (bekannt unter Astra in Deutschland) überträgt rund 300 Programme in deutscher Sprache, viele davon in HD-Qualität. Über Eutelsat lassen sich viele Fremdsprachenangebote empfangen, daneben auch einige Sender in deutscher Sprache.

Neben der klassischen TV-Versorgung adressiert der Satellitenbetreiber SES mit dem offenen Standard SAT-IP mittlerweile auch die IP-basierte Nutzung auf internetbasierten Endgeräten. Je nachdem, welche Infrastruktur für die IP-Übertragung genutzt wird, können bis zu acht HD-Programme oder bis zu 30 SD-Programme gleichzeitig übertragen und über Tablets, PCs, Laptops, Smartphones, Connected TVs, Spielekonsolen und Media Playern mit TV-Programmen versorgt werden.

Weiterführende Informationen:
www.astra.de
www.eutelsat.com  

(Dieser Artikel basiert teilweise auf dem Artikel Satellitenrundfunk aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.)



Fotolia 102917481 XSDie mobile Nutzung von Videoinhalten jenseits des klassischen Fernsehers auf Notebooks, Tablets und Smartphones wird immer beliebter und erfolgt zunehmend mobil auf portablen Geräten. Dieser Trend hat zwei Treiber: Zum einen die dynamische Entwicklung des Gerätemarktes und zum anderen das sich rasant verändernde Nutzungsverhalten der Verbraucher. Im Mittelpunkt steht der souveräne und individuelle Medienkonsum mit einer steigenden Inhaltevielfalt unter dem Motto "was, wann, wo und wie ich will".

Darauf reagieren nicht nur die Hersteller von diversen Geräten, sondern auch die Betreiber von verschiedenen Verteilnetzen: Konvergenz ist angesagt. So bilden vernetzte Systeme die Medien-Plattformen der Zukunft und neben klassischen Rundfunkverbreitungswegen spielen IP-basierte Heimnetze, Fahrzeugnetze (Car Infotainment) und Mobilfunknetze eine wachsende Rolle. Nicht zuletzt stellen sich auch die Inhalteanbieter darauf ein und bieten ihren Content multiscreen-tauglich zum Empfang oder Abruf auf verschiedenen Wegen an.

Experten beschäftigen sich in der Deutschen TV-Plattform schon länger mit dem Thema mobile Medien in einer eigenen Arbeitsgruppe. Sie veröffentlichen ihr Wissen auch in Fach- und Verbraucherpublikationen, die auf dieser Website genutzt werden können. Dazu gibt es aktuelle Nachrichten aus der Branche zum Thema Mobile Medien.